Wagon ruft grinsend: "Lassen wir Pflanzberg endlich sein Arbeit beginnen! Ihr k?nnt nachher immer noch darüber streiten, welches Funktion wie viel fühlt."
Kichern.
Myrta ruft fr?hlich: "Und wie muss ein Berg angesprochen werden ...?"
Myrta stellt sich vor Pflanzberg und f?hrt scherzhaft fort: "Etwa so: Liebes Berg, beginne nun, das Wüste zu begrünen!"
Zu Myrtas v?lliger Verblüffung hebt sich Pflanzberg einen Meter vom Boden ...
... und bewegt sich in die Wüste. Aladan spottet: "Myrta weiss mit Bergen umzugehen."
Auf Myrtas Gesicht ist immer noch die Verblüffung zu sehen, die so gar nicht zu Aladans Worten passt, weshalb alle lachen.
Aus Pflanzbergs Unterseite schiessen Hunderte von Tentakeln, die sich in den Boden bohren, um Pflanzensamen abzulegen.
Piri jubelt: "Juhuuu, es klappt, es klappt!"
Alle, auch Myrta, klatschen und lachen.
Szeneanfang:
Nach der Probe hat sich die Schauspieltruppe umgezogen und schlendert nun mit Ili über den Campus der Uni in Natural City. Eine Studentin: "Willst du nicht bei uns mitmachen, Ili? Jemand, der so gern auff?llt wie du, ist doch pr?destiniert fürs Theater."
Ili ist unsicher: "Vielleicht."
Student A, eifrig: "Ja, mach doch mit! Dein hübsches Gesicht gef?llt dem Publikum bestimmt."
Student B spottet: "H?rt, h?rt! Da will jemand Ili anbaggern."
Student A wehrt sich: "He, ich denke nur an das Wohl des Ganzen."
Student B spottet: "Pah, du denkst nur an das Wohl deines Kleinen."
Studentin, zu Ili, missbilligend: "Bl?dm?nner, haben nur FF im Kopf."
Ili, neugierig: "FF?"
Studentin, mit ver?chtlichem Grinsen: "Frauen flach legen."
Ili, vor sich hin l?chelnd: "Ja, das ist sch?n."
Die Studentin macht ein Fragezeichengesicht ...
... und beobachtet staunend, wie Ili einen Schritt auf den Rasen macht, dabei ihr Kleid in einer fliessenden Geste abstreifend, ...
... sich nackt aufs Gras legt und l?chelnd sagt: "Wollen wir uns flach legen?"
Die Studenten sind zuerst verblüfft, ...
... err?ten dann aber und stottern überfordert: "?hm ... Mann!", "Huhh.", "Aber doch nicht hier.".
Die Studentinnen beobachten mit wachsender Schadenfreude ihre verlegenen Kommilitonen ...
... und lachen sie schliesslich aus. Studentin, lachend: "Schaut euch unsere Don Juans an!"
Eine Studentin streckt Ili die Hand hin, um ihr auf zu helfen, und sagt lachend: "Denen hast du's aber gezeigt."
Ili begreift nicht, ...
... l?sst sich aber auf helfen ...
... und sagt im Weitergehen ihr Kleid über streifend: "Ja, ich habs ihnen gezeigt, aber warum haben sie es nicht gewollt? Bin ich nicht hübsch genug?"
Studentin, auf die ausgebeulten Hosen der Studenten weisend, sp?ttisch: "Schau nur auf ihre ausgebeulten Hosen. Dort kannst du ablesen, wie hübsch du bist."
Interessiert betrachtet Ili das Gezeigte ...
... und sagt zu den Studenten: "Wenn ich doch so hübsch bin, dass es eng wird in dem Hose, warum wollt ihr nicht mit mir flach liegen?"
Student, verlegen: "Es ist verboten, in der ?ffentlichkeit Sex zu haben. Und es w?re mir so peinlich, dass ich ihn gar nicht mehr hoch kriegen k?nnte."
Ili, l?chelnd: "Oh, ich werde es schon hoch kriegen. Lass mich nur machen. Aber was heisst 'peinlich'?"
Student, verwirrt über die Frage: "Ja, ich weiss, alles hinterfragen, immer alles hinterfragen ... 'Peinlich' wird es dann, wenn die Leute mich für etwas verachten, was ich tue. Ich verliere ihren Respekt und sie wollen vielleicht nichts mehr zu tun haben mit mir. Peinlich ist sehr schmerzhaft."
Ili, treuherzig: "Aber Flachliegen ist sehr sch?n ..."
Ili fasst den Studenten am Arm und f?hrt fort: "... Ich spüre, dass du aufgeregt und angespannt bist. Nach dem Flachliegen l?st sich das und du empfindest Frieden. Wie kann jemand mit einem friedlichen Menschen nichts zu tun haben wollen?"
Die Studentinnen, die hinten gehen, tuscheln befremdet: "Die ist aber merkwürdig.", "Vielleicht kommt sie aus der psychiatrischen Klinik?", "Ist sie auf Drogen?".
Der Student findet es nicht mehr lustig: "Ich vermute, ihr habt das geplant, um uns mal so richtig vor zu führen. Aber lass es jetzt gut sein, Ili."
Ili, verwirrt: "Wie kann ich etwas gut sein lassen, wenn es nicht gut ist? Es ist doch sch?n zu spüren, wie deine Vibrationen sich flach legen."
Studentin, grinsend: "Nach dieser Lektion k?nnen unsere Helden bestimmt eine Abkühlung vertragen. Lasst uns einen Eisbecher killen!"
Studenten grummeln: "Pah."
Die Truppe sitzt in der Mensa und l?ffelt Eis. Ili gibt sich harmlos: "Kennt ihr jemand, das Genville vernichten will?"
Studentin A, etwas befremdet: "Du stellst Fragen."
Studentin B, eifrig: "Aber Ili hat recht. Wir proben ein Stück zu diesem Thema und haben uns diese Frage noch nie gestellt."
Student A gibt zu bedenken: "Kein Wunder. Vor kurzem bist du für die falschen Fragen noch im S?uregraben gelandet."
Den Blick gesenkt, weist Studentin C mit dem Kopf in eine Richtung und flüstert: "Dieser Mann da ..."
Ili schaut in die angedeutete Richtung und sieht einen etwa sechzigj?hrigen Professor, der sich etwas zu essen holt. Flüsterstimme von Studentin C aus dem Off: "Das ist der Laborleiter für genetische Untersuchungen. Er hat festgestellt, wer ein Genmonster war und sterben musste. Es wird gemunkelt, er habe auch missliebige Natürliche als Monster deklariert, damit sie problemlos umgebracht werden konnten."
Student, leise: "Ein solcher Kerl trauert bestimmt dem alten Regime nach und würde sich mit Freude an der Vernichtung von Genville beteiligen."
Ili, harmlos: "Und ihr?"
Erleichtert, nicht mehr von dem düsteren Professor sprechen zu müssen, sagt Studentin A: "Alles, was wir von Genville wissen, ist diese Horror-Propaganda von Held und Hart. Ich würde gern selber hin gehen, um zu checken, was wahr ist."
Studentin C, ?ngstlich: "So viel Mut h?tte ich nicht."
Student, den starken Mann markierend: "Ach was, wer fürchtet sich schon vor ein paar Monstern?!"
Wie der Laborleiter die Mensa verl?sst, steht Ili abrupt auf ...
... und folgt ihm. Aus dem Off sind die Stimmen der Theatergruppe zu h?ren: "He, wohin gehst du?", "Du musst noch bezahlen.", "Ich übernehme das.", "Du willst sie also doch anbaggern.".
Kaum hat sich Ili im Gang den Blicken aus der Mensa entzogen, macht sie sich unsichtbar ...
... und wieselt lautlos dem Laborleiter nach, ...
... der zügigen Schritts zu seinem Labor zurück kehrt.
Wie er die Labortür, die sich zum Gang hin ?ffnet, aufreisst, springt Ili hoch und drückt gegen einen Leuchtk?rper, sodass ein knackendes Ger?usch entsteht.
Der Laborleiter l?sst sich davon ablenken, h?lt inne und schaut zu dem Leuchtk?rper hoch. Ili huscht derweil durch die offene Tür und denkt: 'Regel für kleine Spione: Wenn es knackt, achtet das alte Knacker nicht aufs knackige M?dchen.'
Im Labor stehen genetische Analyseger?te. Zwei, drei Assistenten unterschiedlichen Alters lümmeln herum, weil sie nichts zu tun haben. Da allen klar ist, dass das Labor mit der neuen Regierung wohl überflüssig geworden ist, hat das Eintreten ihres Chefs keinen Einfluss auf das Verhalten der M?nner.
Der Laborleiter schreitet gewohnheitsm?ssig auf sein durch Glasw?nde abgetrenntes Büro zu, dessen Tür offen steht, ...
... h?lt Stirn runzelnd inne, weil ihm etwas eingefallen ist, ...
... und richtet das Wort an seine Leute: "Unser Labor bekommt in absehbarer Zeit keine Auftr?ge mehr. Sie k?nnen also nach Hause gehen."
Assistent A wendet ein: "Aber wir k?nnten doch medizinische Genanalysen durchführen. Wir sind bestens dafür eingerichtet."
Laborleiter, mit unbewegter Miene: "Die medizinische Abteilung hat deutlich gemacht, dass sie unsere Dienste nicht ben?tigt."
Assistent B, mit unfrohem Sarkasmus: "Die haben bloss Angst davor, dass wir besser sind."
Assistent A ereifert sich: "Das sind wir auch! Die durften ja gar keine Genanalysen vornehmen, weil Gentechnik verboten war."
Laborleiter, wie oben: "Wie dem auch sei, unsere Abteilung wird aufgel?st. Aber Sie k?nnen sich gern bei der medizinischen bewerben."
Wie der Laborleiter die Bürotür hinter sich schliesst, flüstert Assistent A, fast mitfühlend: "Für ihn ist es hart. Sie werden ihn raus schmeissen."
Assistent B flüstert mit b?sem L?cheln: "Dieser Demokratiespuk wird bald vorbei sein. Dann haben wir wieder Oberwasser."
Ili beobachtet die beiden durch die Scheibe des Büros, weil sie ebenfalls beim Laborleiter ist. Durch ihre feine Wahrnehmung von Vibrationen kann sie verstehen, was sie sagen und denkt: 'Ob dieses Mann etwas plant?'
Der Laborleiter hat sich hinter sein Pult gesetzt und beobachtet unauff?llig, wie seine Assistenten das Labor verlassen.
Eine ganze Weile sitzt der Laborleiter reglos mit steinerner Miene da. Ili beobachtet ihn und denkt: 'Was denkt dieses Mann?'
Als ob seine Hand fremd gesteuert w?re, bewegt sie sich in eine Tasche seiner Kleidung, ...
... holt ein Fl?schchen hervor, ...
... dessen Deckel die andere Hand auf schraubt, ...
... führt das Fl?schchen zum Mund, ...
... wo es mit einem Schluck geleert wird.
Fast sanft stellt die Hand das Fl?schchen aufs Pult ...
... und gleitet kraftlos, über die Pultkante schleifend, hinab.
Sein ganzer K?rper ist zusammen gesackt und h?ngt leblos im Bürostuhl.
V?llig überrascht starrt Ili den Leichnam an.
Verwirrt von der Tatsache, dass sich vor ihren Augen ein Mensch umgebracht hat, ohne dass sie begriffen hat, was geschieht, bis es zu sp?t war, denkt Ili: 'Sein Herz ist still ... ganz still ...'
Ili atmet tief durch und denkt: 'Du wirst Genville nichts mehr tun ...'
Ili runzelt die Stirn und denkt: 'Aber dieses andere Mann ...'
Wie Ili vorsichtig durch die leicht ge?ffnete Labortür in den Gang sp?ht, ist von Assistent B nichts mehr zu sehen.
Ili wirft sich flach im Gang zu Boden, ...
... wo sie mit ausgebreiteten Armen den Schritten von Assistent B nach zu spüren versucht und denkt: 'Seine Schritte!'
Ili spurtet den Gang entlang, ...
... beobachtet, wie Assistent B das Uni-Geb?ude verl?sst und ein Elektrofahrzeug besteigt, ...
... und rennt dem davon fahrenden Elektrofahrzeug nach, ...
... bis es vor einem respektablen Bau mit sch?nen Eigentumswohnungen h?lt.
Wie Assistent B das Fahrzeug verlassen hat, schaut er an der Fassade hoch und denkt: 'Ich muss mich gleich bei der medizinischen Abteilung bewerben, sonst kann ich mir die Eigentumswohnung nicht mehr leisten.'
Assistent B ?ffnet die Haustür ...
... und Ili huscht ihm nach, bevor sie sich von selber schliesst.
Ili stellt sich neben Assistent B, der vor einem Lift wartet.
Ili folgt Assistent B in den Lift ...
... und kommt vor den Bedienungskn?pfen zu stehen, ...
... sodass Assistent Bs Zeigefinger direkt auf die verblüffte Ili zu f?hrt.
Im Letzten Augenblick kann Ili sich ab drehen, sodass der Zeigefinger Zentimeter dicht an ihrer Brust vorbei geht. Gleichzeitig berührt ihre Hand die Liftwand und erzeugt ein leises "Toc".
Assistent B h?lt inne und betrachtet Stirn runzelnd die Quelle des Ger?usches, ...
... drückt aber schliesslich den Knopf.
Beim Hochfahren betrachtet Ili den Mann und denkt: 'Es ist etwas nerv?s... aber nicht sehr.'
Oben angekommen, betreten sie eine grosszügig bemessene, komfortabel ausstaffierte Wohnung.
Zielstrebig geht Assistent B zu seinem Büro, ...
... wo, kaum hat er es betreten, eine Stimme aus dem Kommunikator t?nt: "Hallo, bist du da? Wir müssen reden."
W?hrend Assistent B sich ans Pult setzt, drückt er eine Taste des Kommunikators und sagt: "Was ist denn so dringend?"
Ili schaut sich in dem kleinen Arbeitsraum um. Kommunikator: "Haben wir so lange für die Reinheit der Natürlichen gearbeitet, um uns jetzt den Genmonstern zu unterwerfen?"
Assistent B, nüchtern: "Was willst du tun? Gentechnisch k?nnen wir nichts gegen sie ausrichten. Sie sind uns einfach überlegen."
Kommunikator: "Dessen bin ich mir bewusst. Ich dachte auch eher an die 'Ultima Ratio'."
Assistent B ist verblüfft: "Aber das ist ... das ist ..."
Kommunikator: "Genial?"
Assistent B, leicht den Kopf schüttelnd, mit schwachem Grinsen: "Verrückt."
Kommunikator: "Warum denn? Die 'Ultima Ratio' ist für solche F?lle vorgesehen. Welche andere Massnahmen w?re besser geeignet, das Problem sauber zu l?sen?"
Assistent B beginnt sich an den Gedanken zu gew?hnen: "Wenn ich es mir überlege ... Aber das ist kein Fingerschnippen."
Kommunikator: "Die Leute kriegen wir schon zusammen. Kein normaler Natürlicher wird sich die Herrschaft von Genville gefallen lassen, solange er noch etwas dagegen tun kann."
Assistent B, grinsend: "Da hast du allerdings recht."
Ili denkt besorgt: 'Wenn das so ist, ist Natural City ein einziges Verschw?rung.'
Kommunikator: "Was h?ltst du davon, wenn wir vom Drachenklub aus operieren?"
Assistent B lacht ein wenig: "Dort mangelts wenigstens nicht an Gleichgesinnten."
Ili bemerkt auf einem Regal ein Foto mit dem Titel "Drachenklub", das vermutlich dessen Mitglieder zeigt.
Ili greift spontan nach dem Foto. Aus dem Off ist die Kommunikatorstimme zu h?ren: "Dann treffen wir uns dort."
Assistent Bs Stimme aus dem Off: "Bis dann."
Ili hat das Foto umgedreht, um dessen Rückseite zu lesen.
Da bemerkt sie den entsetzten Blick von Assistent B, für den das Foto im Raum zu schweben scheint und denkt etwas erschrocken: 'Ups, Regel für unsichtbare kleine Spione: Bewege nichts, was andere sehen k?nnen!'
Assistent B zieht in Panik eine Schreibtischschublade auf, ...
... entnimmt ihr einen Revolver und zielt damit auf die Stelle, wo Ili eben noch gestanden hat. Aber Ili hat das Foto zurückgestellt ...
... und steht nun neben Assistent B, wo sie den Mund ?ffnet, ...
... um ihre Giftz?hne wie eine Vampirin in den Hals von Assistent B zu bohren.
Gel?hmt sackt Assistent B zurück in seinen Stuhl.
Massive Dampfschwaden treten aus seiner Haut und lassen seinen K?rper schrumpfen, ...
... bis er aussieht wie eine vertrocknete Mumie in zu grossen Kleidern.
Aus dem Off ist eine sich ?ffnende Tür und eine Stimme zu h?ren: "Mama, Mama!"
Mit einem dumpfen Ger?usch f?llt der Revolver aus der kraftlosen Hand von Assistent B.
Ein etwa sechsj?hriger Junge steht pl?tzlich in der Tür zum Arbeitsraum und versucht mit grossen Augen zu begreifen, was er sieht.
Den Blick unverwandt auf die Leiche von Assistent B gerichtet, sagt der Junge verwirrt, unsicher und leise: "Papa?"
Ili drückt sich an dem Jungen vorbei, ...
... und huscht, immer noch unsichtbar, an der Mutter vorbei durch die sich schliessende Tür nach draussen.
Durch die geschlossene Tür h?rt Ili den Jungen sagen: "Mama, was ist mit Papa?"
Der Mark erschütternde Entsetzensschrei der Mutter trifft Ili wie ein Blitz, …
… sodass sie in die Knie geht, ihr Gesicht in den H?nden vergrabend.
Aus der Wohnung ist zu h?ren, wie der Junge schluchzend jammert: "*Schluchz* Mama, Mama! Was ist mit Papa?! *Schluchz*".
Aus Ilis Augen schiessen Tr?nen, wie sie denkt: 'So viele Schmerzen habe ich erzeugt! Ich kann es kaum ertragen.'
Die Tür ?ffnet sich …
… und die Mutter stürzt hinaus und ruft v?llig verzweifelt: "Hilfe, Hilfe!"
Der Junge erscheint im Türrahmen, …
… wo er sich festh?lt und v?llig aufgel?st immer wiederholt: "Mama, Mama …"
Erschüttert starrt Ili den Jungen an und denkt: 'Soll ich sein Schmerz beenden? …'
Ili denkt verwirrt: '… Dann wird dieses Mama noch mehr Schmerz haben … Ich weiss nicht, was ich tun soll …'
Ili denkt bedrückt: '… Wie soll ich mehr Freude erzeugen, wenn das Weg dazu über so viele Schmerzen führt? Genville ist das Weg zum Freude. Aber wie viele Natürliche darf ich t?ten, um Genville zu verteidigen, ohne dass es absurd wird? Jedes Schmerz, das ich hier erzeuge, muss Genville mehr als ausgleichen. Wie lange braucht Genville wohl, um das Leid, das ich hier erzeugt habe, abzutragen? Auch wenn Natural City ein einziges Verschw?rung ist, ich kann nicht alle Natürlichen t?ten. Genville k?nnte dieses Schmerz in tausend Jahren nicht besiegen. Ich muss einfach akzeptieren, dass Genville nie sicher sein wird, solange es Natürliche gibt. Ich muss dieses 'Ultima Ratio' finden und zerst?ren. Dann ist Genville wenigstens für ein gewisses Zeit sicher.'
Am Abend, die Sonne steht noch knapp über dem Horizont, spaziert Ili sichtbar mit einem grossen Schlapphut und gesenktem Kopf, sodass ihr Gesicht nicht zu sehen ist, durch Natural City.
Ili begegnet ein paar spielenden Kindern.
Vier Kinder halten ein fünftes an Hand- und Fussgelenken fest und schwingen es hin und her wie eine Hollywood-Schaukel, wobei sie rufen: "Flieg, flieg Monsterlein ..."
Die vier lassen los und rufen: "... in den S?uregraben rein!"
Quietschvergnügt fliegt das fünfte Kind im Bogen auf eine alte Matratze.
Eines der vier stehenden Kinder ruft vorfreudig: "Jetzt bin ich das Monster!"
Ein anderes widerspricht: "Nein ich, du bist gar nicht dran."
Ili denkt bedrückt: 'Ganz Natural City ist ein Verschw?rung.'
Nach einer Zeit, es ist d?mmerig, erreicht Ili ein nicht allzu hell erleuchtetes Industriequartier, welches von einem m?chtigen, kugelf?rmigen Gasspeicher dominiert wird. Weder in den Büro- noch in den Produktionsgeb?uden brennt irgendwo Licht.
Ili denkt Stirn runzelnd: 'Das sieht hier nicht nach Drachenklub aus.'
Ili bewegt sich suchend durch das Gel?nde und denkt: 'Regel für kleine Spione: Wie würdest du es tun?'
Ili bleibt stehen, breitet die Arme aus, schliesst die Augen und konzentriert sich auf die Vibrationen. Ili denkt: 'Ich würde ein Versteck w?hlen, wo niemand eines vermutet.'
Sie führt ihre Handfl?chen zusammen, sodass beide in die gleiche Richtung zeigen ...
... und ?ffnet die Augen. Hinter ihren Handfl?chen ragt die Silhouette der Gaskugel auf.
Nach einem Einstieg suchend, geht Ili um die Gaskugel herum, ...
... steigt eine kleine Metalltreppe hoch ...
... und erklimmt die Metallleiter, die auf abenteuerliche Weise an der Aussenhaut entlang zum Scheitelpunkt der Gaskugel führt.
Oben auf der Kugel verschliesst ein runder, etwa ein Meter breiter Deckel den Zugang. über dem Deckel steht auf einem Dreibein eine Seilwinde mit einem Karabinerhaken.
Spürend legt Ili ihre H?nde auf den Deckel ...
... und versucht vergeblich, ihn beiseite zu schieben, wobei ihr durch die Anstrengung ein "Phuu" entf?hrt.
Von unten ert?nt eine Stimme: "Du ger?tst schon wegen ein paar Stufen ausser Atem? Und so was will ein Drachent?ter sein."
Andere Stimme protestiert: "He, das war ich nicht."
Erste Stimme lacht.
Ili h?lt sich aussen am Dreibein fest und beobachtet, wie die beiden M?nner zu ihr hochkommen.
Beide M?nner tragen Freeclimbing-Sicherheitsgurten um Schenkel und Taille. Ohne zu z?gern zieht der erste am Karabinerhaken der Seilwinde, um ihn am Karabinerhaken seines Sicherheitsgurtes einzuklinken. Kaum hat die Seilwinde sich dadurch etwas bewegt, ...
... beginnt der Deckel sich, von einem summenden Elektromotor angetrieben, zur Seite zu schieben.
Der erste Mann h?lt sich am Seil der Winde fest und l?sst sich in die nun freie ?ffnung fallen.
Die Winde bremst seinen Fall, sodass er zwar zügig, aber sicher nach unten gelangt.
Wie der zweite Mann es ihm nachmacht, schwingt sich Ili ans Windenseil, wo sie sich mit der enormen Kraft ihrer H?nde festh?lt.
Staunend sinkt Ili hinab in die Kugel.
Szeneanfang:
Zur selben Zeit in Genville. Aladan hat sich einen kleinen, zauberhaften Garten eingerichtet, wo er nun mit geschlossenen Augen im milden Licht von Bioluminiszenzlampen sitzt, um sich zu entspannen.
Gefolgt von dem "filmenden" Ewald, platzt Iris wie ein Trampel in die friedliche Szene und kr?ht: "Da haben wir ja so einen Schlaffsack! Kein Mord, kein Unfall, kein Feuer! Wie soll eine Reporterin in diesem Paradies der Kuscheltiere überleben?"
Aladan ?ffnet die Augen und sagt l?chelnd: "Ganz einfach, spüre das Essenz und achte auf die Erregungen!"
Iris, verblüfft, weil sie gar nichts verstanden hat: "H??"
Ewald flüstert: "Das war aber jetzt nicht sehr professionell."
Iris reisst sich zusammen: "Ach so, ja ... ?hm ... K?nntest du diese Aussage für unser Publikum verdeutlichen?"
Aladan t?tschelt eine Stelle neben sich und sagt l?chelnd: "Setz dich!"
Iris setzt sich in derselben Stellung wie Aladan neben ihn.
Aladan, mit geschlossenen Augen, beschw?rend: "Schliesse die Augen, atme tief, verscheuche die W?rter aus deinem Bewusstsein und fülle es mit dem Schlagen deines Herzens und dem W?rme deines Blutes! Spüre, dass du lebst!"
Iris runzelt die Stirn: "Aber in meinem Kopf sind so viele Gedanken."
Aladan, l?chelnd: "Nimm ein Besen und fege sie weg! Du bist doch sonst immer so energisch."
Iris konzentriert sich, ...
... entspannt sich und sagt: "Auftrag erfüllt."
Aladan, immer noch mit geschlossenen Augen, ernst: "Ungetrübt von dem Angst vor Gemeinheit, Demütigung, Hunger, Krankheit, Schmerz und Tod spürst du nun das Essenz des Lebens."
Iris spürt und schweigt.
Iris ?ffnet die Augen und sagt kritisch zu Aladan: "Aber ich will ja nicht den Rest meiner Zeit hier sitzen und an dieser Essenz nuckeln."
Aladan schaut Iris an und lacht.
Aladan, l?chelnd: "Dieses Zustand ist nicht das Ziel, sondern das Ausgangspunkt. Nun kannst du aufstehen, die Augen ?ffnen und dein Bewusstsein fluten mit den Erregungen des Universums."
Iris zweifelt: "Du meinst, ein neuer Strauch im Essgarten k?nne genau so spannend sein wie ein eingeschlagener Sch?del? Aladans Einstellung zum Leben als Unsterblicher genauso faszinierend wie ein brennendes Haus?"
Aladan, ernst: "Oder das Frage, warum Iris und Ewald immer noch sterblich sind und ihre ?ngste mit brutalen Sensationen verdr?ngen müssen."
Iris und Ewald schauen Aladan mit grossen Augen an.
Aladan: "Du bist sehr intelligent, Iris. Das Spannende sind nicht die Gr?uel der Natürlichen, die sich mit solcher Mechanik wiederholen, dass es ausser Entsetzen nur noch G?hnen ausl?sen kann. Du bist in dem Lage, dich von den Schichten deiner Gewissheiten zu l?sen und mit den Augen eines Kindes die Dinge zu betrachten. Das Spannende ist das Unbekannte, dem du dich erschauernd in Demut n?herst, um es immerfort aus andern Winkeln zu betrachten, um zu sehen, was noch nie gesehen wurde.
Ewald, kritisch: "Iris und Demut?"
Iris, die Stolze spielend: "Schweig, Hund, Aladan hat schliesslich gesagt, ich sei intelligent."
Die beiden M?nner lachen. Aladan: "Du bist zum Küssen, Iris."
Iris h?lt den beiden ihren Hintern hin und sagt: "Ja, da."
Iris' perplexes Gesicht ist zu sehen, w?hrend Aladan und Ewald je eine Backe ihres Hintern küssen.
Szeneanfang:
Das Innere des Gaskessels, in den Ili hinab sinkt, ist eine grosse, eindrucksvoll eingerichtete Bar. Von oben bis unten umlaufen mehrere Galerien, die über Treppen miteinander verbunden sind, das Rund der Kugel. Die Wand ist voller Darstellungen von Drachent?tungen. Viele G?ste tummeln sich auf allen Etagen.
In der Mitte der Kugel h?ngt eine kleine Plattform mit Gel?nder und einem kleinen Bedienpult zum Herunterholen des Seils. Ein schmaler Steg führt horizontal rüber zu einer der Galerien. Der Mann unter Ili landet auf der Plattform und macht sich am Karabinerhaken des Seils zu schaffen.
Ilis Füsse finden Halt auf dem Gel?nder, sodass sie das Seil loslassen ...
... und über den Steg zur Galerie wieseln kann.
Aus dem Off, von unten h?rt Ili ein rhythmisches: "Mo-Mo-Monster stirb! Mo-Mo-Monster stirb!"
Wie Ili über das Gel?nder nach unten schaut, sieht sie eine Plattform, auf der sich ein lebensecht wirkender, vielleicht drei Meter hoher Drache und ein mit Schwert und Schild bewaffneter Mann einen Kampf liefern.
Der Kopf des Drachens st?sst auf den Mann hinab, ...
... der zum Ausweichen auf ein Knie sinkt und den Schild schützend über den Kopf h?lt.
Wie die Schnauze des Drachens auf den Schild kracht, will der Mann sein Schwert in den Drachenhals stossen, ...
... verliert aber das Gleichgewicht, sodass der Drache seinen Kopf rechtzeitig zurück ziehen kann und der fahrig geführte Stoss ins Leere zielt.
Wie der Mann, um sein Gleichgewicht ringend, wieder aufstehen will, bemerkt er den heran sausenden Drachenflügel nicht, ...
... wird von ihm getroffen ...
... und von der Kampffl?che in das ringsum waagrecht gespannte Auffangnetz gewischt.
Mit gutmütigem Lachen und Schulterklopfen helfen einige aus dem Publikum dem Besiegten aus dem Netz.
Ili schl?ngelt sich durch die G?ste, die an Tresen und in Sitzgruppen herum h?ngen, palavern, lachen und Cocktails schlürfen. Dezente Musik durchwebt den Raum.
Ili denkt: 'Wie soll ich hinter all den Gesichtern das 'Ultima Ratio' finden?'
Ili geht eine Etage tiefer und denkt: 'Regel für kleine Spione: Vertrauliches braucht Vertrauen.'
Ili sieht eine Gruppierung, die vertraulich zusammen sitzt und denkt: 'Die vertrauen sich.'
Wie Ili der Gruppe n?her kommt, h?rt sie den Erz?hler, dem die anderen gespannt zuh?ren, sagen: "Da hat mein Chef aber ein langes Gesicht gemacht. Ihr ahnt nicht, was er darauf gesagt hat ..."
Ili wendet sich einer anderen "Vertrauensgruppe" zu und h?rt eine Frau sagen: "Die Schnepfe hat wirklich geglaubt, ich lasse mir das gefallen, aber da hat sie sich geschnitten ..."
Ili geht auf die n?chste Etage hinunter und denkt Stirn runzelnd: 'Für ein Verschw?rungsgruppe sind das aber merkwürdige Gespr?che.'
Wie Ili die n?chste Etage erreicht, t?nen aus dem Off wieder "Mo-Mo-Monster stirb! Mo-Mo-Monster stirb!"-Rufe.
Ili schaut auf die Kampfarena hinab und denkt: 'Vielleicht muss ich mir das Vertrauen erwerben ...'
Ilis Blick f?llt auf ein Gestell hinter dem Arenapublikum, welches eine Auswahl an unterschiedlichen Schwertern, Schilden und Helmen bietet.
Ili steht im Rücken des "Mo-Mo-Monster stirb!" rufenden Publikums vor dem Gestell und schaut sich verstohlen um, ob niemand zu ihr her sieht.
Ili macht sich sichtbar und greift nach Helm, Schwert und Schild.
W?hrend lachend dem Verlierer aus dem Netz geholfen wird, n?hert sich Ili in Kampfmontur dem Steg, der nun auf die Plattform geschoben wird, um das überschreiten des Netzes zu erm?glichen.
Die ersten Leute, die Ili bemerken, machen verblüffte Gesichter, weil Ili so klein und zerbrechlich wirkt, ...
... treten aber zurück, um sie zum Steg durch zu lassen. Jemand ruft sp?ttisch: "Da will jemand eine Zahnlücke des Drachens füllen!"
Unter sp?ttischem Gel?chter schreitet Ili gelassen über den Steg, ...
... der hinter ihr zurück gezogen wird.
Wie Ili am Rand der Plattform stehen bleibt und den Drachen auf der anderen Seite mustert, wird das Publikum still. Ili denkt: 'Ob ich das Drachen in Stücke hauen muss? Aber da sind Menschen drin und die sollen wohl nicht sterben. Die Besiegten sind ja auch noch unverletzt.'
Ili denkt: 'Warum greift es nicht an?'
Ili macht einen Schritt nach vorn und sogleich stürmt der Drache wild auf sie los.
Für Ili ist es ein leichtes, dem schwerf?lligen, von Menschen bewegten Mechanismus durch einen Seitensprung auszuweichen und dem Drachen dabei mit dem Schwert einen Schlag zu versetzen.
Dieser Auftakt bringt das Publikum in Fahrt und es feuert Ili mit seinen "Mo-Mo-Monster stirb!"-Rufen an.
Durch das seitliche Ausweichen ger?t Ili in den Bereich des Flügels, der nun in Hüfth?he auf sie zu wischt.
Blitzschnell l?sst sich Ili zu Boden fallen, um unter dem Flügel hindurch zu rollen. Neben den nun dauernd ert?nenden "Mo-Mo-Monster stirb!"-Rufen schreit jemand: "Cool!"
In einer fliessenden Bewegung ist Ili auf den Beinen, schl?gt mit dem Schwert auf den Flügel ein ...
... und springt über den Schwanz, der dem Boden entlang auf sie zugeschossen kommt. Ruf: "Das kann sie nicht lange durchhalten!"
Ili schl?gt auf den Schwanz, aber auch hier ohne jede Wirkung.
Der Schwanz kringelt sich zu einer mannshohen Form ...
... und bewegt sich schnell auf Ili zu, ...
... die hinten rum ausweichen will, wobei sich der Schwanz blitzschnell entrollt und wie eine Peitsche auf Ili zu schnellt.
Ohne zu wanken, f?ngt Ili breitbeinig den harten, ein lautes "Klonk" erzeugenden Schlag mit dem Schild ab. Rufe: "Wow!", "Unglaublich!".
Der Schwanz hebt sich vom Schild weg. Ili sticht mit dem Schwert auf die Schwanzspitze zu.
Zuf?llig trifft sie eine kleine ?ffnung, in der die Klinge des Schwertes eindringt.
Von einem künstlich erzeugten Ohren kr?uselnden "Aiiihhh!!"-Schmerzruf des Drachens begleitet, wechselt die Schwanzspitze ihre Farbe. Das Publikum ist begeistert: "Jaaahhh!!", "Phantastisch!!".
W?hrend der Schwanz zu einem Schlag ausholt, mustert Ili den Drachen und bemerkt mehrere der kleinen ?ffnungen, die auf dem ganzen Drachenk?rper verteilt sind.
Mit einem zwei Meter hohen Sprung aus dem Stand l?sst Ili den in Hüfth?he heran rasenden Schwanz unter sich, ...
... l?sst ihre angezogenen Beine wie Federstahl hinab schnellen, ...
... um sich von der Schwanzmitte abzustossen ...
... und beim Schwanzansatz zu landen, ...
... wo sie in einer schnellen, fliessenden Bewegung das Schwert punktgenau in die ?ffnung am Schwanzansatz st?sst.
Begleitet vom Schmerzensschrei des Drachen, wechselt auch der Rest des Schwanzes die Farbe. Das Publikum ist begeistert: "Boah!", "Wer ist das?!".
Der Drache krümmt seinen Rücken, sodass Ili nach vorn f?llt ...
... und zwischen den Flügeln auf dem Rücken landet.
Sogleich schnellen die Flügel nach oben, um Ili mit einer Art Klatschbewegung in Bedr?ngnis zu bringen.
Ili hebt den Schild waagrecht über den Kopf, sodass die Flügel nicht zusammen kommen. Gleichzeitig richtet sie ihr Schwert mit hoch gerecktem Arm nach unten ...
... und st?sst es blitzschnell in die beiden ?ffnungen über den Flügelans?tzen.
Die Flügel wechseln die Farbe und der Schrei des Drachens mischt sich mit den Begeisterungsrufen des tobenden Publikums.
überraschend richtet sich der Drache auf seinen Hinterl?ufen auf, sodass Ili von dem fast senkrecht stehenden Rücken rutscht.
Ili rollt sich auf den Boden ...
... und huscht geduckt um den Drachen herum.
W?hrend das Maul des Drachens bedrohlich auf Ili hinabst?sst, versenkt diese ihr Schwert in die L?cher neben den Hinterl?ufen.
Unter Drachengeschrei und Publikumsgejohle wechseln auch die Hinterl?ufe die Farbe.
Zentimeter dicht schnappt das Maul über Ili zu, die sich rücklings auf den Boden geworfen hat und sich mit dem Schild vor den Z?hnen schützt.
Wie der Kopf des Drachens sich nach oben bewegt, wirft Ili den Schild zur Seite, ...
... um sich mit einer Hand am Unterkiefer des Drachens fest zu halten.
Der Drache stampft mit einem Fuss auf die Stelle, an der Ili eben noch gelegen hat, w?hrend Ili schon, am Maul h?ngend, in der Luft schwebt und mit dem Schwert ausholt, ...
... um es tief in die Hals?ffnung zu stossen.
Der Drache schreit. Das Publikum kocht. Hals und Kopf wechseln die Farbe.
Um Ili loszuwerden l?sst der Drache seinen Kopf nach unten sausen. Ili schwingt sich in Richtung Drachenbauch und l?sst los.
Der Drache landet auf den Vorderbeinen und l?sst das Maul krachend auf dem Boden aufschlagen. Ili hat auf die Stelle zwischen den Vorderbeinen gezielt, wo sie nun steht und ihr Schwert in die beiden L?cher an den Ans?tzen der Vorderl?ufe versenkt.
W?hrend der Drache schreit, erfüllt ein m?chtiges "Mo-Mo-Monster stirb!" die Gaskugel, wo der ausserordentliche Kampf nun auch die letzten G?ste in seinen Bann gezogen hat.
Nur noch der Leib des Drachens hat seine ursprüngliche Farbe. Ili muss vor dem wild um sich schlagenden Untier an den Rand der Plattform flüchten.
Schneller, als der Drache sich ihr zuwenden kann, rennt Ili am Rand der Plattform entlang und reisst sich dabei einen Stoffstreifen aus ihrem Kleid, ...
... dessen Ende sie in vollem Lauf am Knauf des Schwertes fest bindet.
Im Rücken des Drachens rennt Ili ein paar Schritte vor, ...
... steckt das Schwert senkrecht in den Boden, das andere Ende des Stoffstreifens fest in der Faust haltend, ...
... holt Anlauf, ...
... springt mit beiden Füssen auf den Knauf des Schwertes, ...
... um sich von da hoch über den Drachen zu katapultieren, wobei sie das Schwert am Stoffstreifen mitzieht.
Der Drache, der Ili aus den Augen verloren hat, kommt erst jetzt zu der Stelle, wo eben noch das Schwert gesteckt hat ...
... und dreht sich weiter im Kreis auf der Suche nach seiner Gegnerin.
Ili landet senkrecht im Nacken des Drachens, ...
... greift sich das Schwert aus der Luft ...
... und versenkt es kurzerhand in der letzten ?ffnung im Drachennacken, ...
... was einen besonders lauten und dramatischen Drachenschrei zur Folge hat, ...
... worauf der Drachenleib kraftlos zusammensackt.
Unter Wasserfall lautem Jubelgeschrei des Publikums ?ffnen sich die Zugangsluken im Drachenk?rper und vier M?nner, die das eben Erlebte nicht fassen k?nnen, entsteigen dem mechanischen Ungeheuer.
Einer der M?nner legt den Schild vor Ilis Füsse und macht eine auffordernde Geste, sich darauf zu stellen.
Kaum hat Ili den Schild betreten, ...
... heben die vier M?nner sie hoch und tragen sie, nun mit dem L?cheln der Besiegten im Kreis um die Plattform. Applaus, "Hoch"- und "Drachent?ter"-Rufe füllen die Gaskugel zum Trommelfellplatzen.
Die vier M?nner legen den Schild mit Ili auf den Boden. Ein ?lterer Mann schreitet würdevoll über den wieder hin geschobenen Steg zur Plattform.
Die vier Tr?ger sind respektvoll zurück getreten. Der Mann bleibt vor Ili stehen und bedeutet dem Publikum mit ausgebreiteten Armen still zu sein. Der L?rm zerbr?selt ...
... zu v?lliger Stille. Mann, zu Ili, feierlich: "Du hast das Unm?gliche geschafft und als erste Frau den Drachen besiegt. Dein Mut und deine Tapferkeit sind aussergew?hnlich und vorbildlich. Als Symbol für deinen heldenhaften Kampf gegen das Monstr?se überreichen wir dir hiermit den Orden der Drachent?ter. Nun bist du stolzes Mitglied der letzten Bastion der Natürlichen."
Der Mann heftet Ili den Orden ans Kleid. Beifall rauscht, durchsetzt mit "Bravo"-Rufen.
Ili hat die Plattform verlassen und geht durch die G?ste, die sie Schulter klopfend beglückwünschen. Sie tr?gt immer noch ihren Helm, um ihre Z?hne zu verbergen, falls sie l?cheln muss.
Ein Mann spricht Ili etwas ins Ohr und deutet dabei nach oben.
Ili richtet ihren Blick hoch zur obersten Etage, wo ein paar M?nner l?chelnd zu ihr hinabschauen.
Ili erklimmt die letzten Stufen zur obersten Etage, deren Einrichtung an einen englischen Herrenklub erinnert, und wo Gruppen athletischer, würdevoller M?nner im Sitzen oder Stehen, mit Drinks in H?nden, ihre Unterhaltungen pflegen.
Ein Mann fordert Ili l?chelnd auf: "Zeig uns dein Gesicht! Wir wollen doch wissen, wie unsere jüngste Heldin aussieht."
Ili: "Aber ihr werdet erschrecken. Ich bin n?mlich ein Vampir."
Gel?chter.
Ili hebt den Helm vom Kopf und die M?nner starren sie verblüfft an.
Ili l?chelt: "Ich spiele in einem Theatergruppe das Vampir. Und weil es immer ein Stunde dauert, um die Z?hne anzumachen, lasse ich sie eben dran."
Erleichtertes, aber auch zweifelndes Lachen.
Ein Mann A steht im Raum und sagt: "Darf ich um eure Aufmerksamkeit bitten? Auch wenn noch einer fehlt, sollten wir jetzt anfangen, uns über die 'Ultima Ratio' zu unterhalten, die nicht nur das letzte Mittel in dem Sinne ist, dass es ganz am Ende, wenn alles andere nichts gefruchtet hat, zum Einsatz kommen soll, sondern auch die letzte Chance ist, uns vom Joch der Genmonster zu befreien ..."
Mann B, mit Blick auf Ili, Stirn runzelnd: "Ich bin mir nicht sicher, ob wir ihr vertrauen k?nnen."
Weil ein Teil der Anwesenden dasselbe denkt, herrscht für einen Moment unbehagliches Schweigen.
Mann A will die Spannung l?sen und fragt Ili halb im Scherz: "K?nnen wir dir vertrauen?"
Ili denkt: 'Regel für kleine Spione: Sag das Wahrheit, wenn niemand dir glaubt!' und sagt l?chelnd: "Ich bin ein Spion von Genville. Ich will Verschw?rungen verhindern."
Einige M?nner lachen, ...
... bis Mann B sie finster unterbricht: "Was lacht ihr? Schaut sie euch doch an! Wie kann diese kleine, dünne Frau einen solchen Kampf gegen den Drachen führen, wenn sie kein Genmonster ist?"
Beeindruckt von dem Argument, schweigen die M?nner und starren Ili prüfend an.
Ili beobachtet wie die H?nde der M?nner, als h?tten sie sich abgesprochen, in leicht ausgebeulten Taschen ihrer Jacken verschwinden ...
... und, bewaffnet mit kleinen Pistolen, wieder auf tauchen.
Ili denkt alarmiert: 'Ups! Regel für kleine Spione: Wenn du ein Fehler gemacht hast, korrigiere es!', ...
... huscht hinter ein Polsterm?bel, wo keiner der M?nner sie sehen kann, ...
... macht sich unsichtbar und schleicht zum n?chst stehenden Mann, ...
... um ihm die Giftz?hne in den Hals zu bohren.
W?hrend der Mann mit erschrockenem Blick gel?hmt zusammen sinkt, beisst Ili schon den n?chsten.
Wie ein Windgeist rast Ili von Mann zu Mann. Verst?rt und hilflos suchen die M?nner mit ihren gezückten Pistolen nach einem Ziel, ...
... liegen aber schliesslich sterbend und dampfend darnieder.
Ili schaut über die Brüstung hinab auf das fr?hliche Treiben. Niemand scheint etwas von dem Vorfall bemerkt zu haben.
Wie Ili sich umdreht, liegen, in starkem Kontrast zur Partystimmung, die vertrockneten Leichen in dem Herrenklub, als w?re es eine Szene aus einem Horrorfilm.
Flink durchwühlt Ili die Kleider der Toten ...
... und findet ein Dokument, welches sie kurz betrachtet ...
... und einsteckt.
Ili geht über den Steg, der zur Plattform mit dem Kranhaken führt, betrachtet eine Kapsel in ihrer Hand und denkt: 'Wenn ich meine Spuren ausl?schen will, muss ich jetzt alle hier mit diesen Viren t?ten und das Kugel ausbrennen ...'
Mit der Virenkapsel in der Hand steht Ili auf der Plattform, runzelt die Stirn und denkt: 'Ich bin zu weit gegangen. Was soll ich bloss tun ...?'
Ili bet?tigt einen Schalter am Kontrollpult, der oben den Deckel weg schiebt und das Kranseil runter l?sst, ...
... und hangelt sich mit blossen H?nden am Seil hoch.
Wie sie aus der Dach?ffnung steigt, denkt Ili: 'Ich werde es nicht tun.'
Nachdenklich l?sst Ili die Gaskugel hinter sich zurück.
Szeneanfang:
Chief Held erscheint aus dem Nichts auf dem Wegdoppler von Mars-Genville ...
... und vernimmt Ambellmis Stimme: ""Ich bin Ambellmi. Wenn du in Mars-Genville leben willst, muss ich dein Bedürfnisstruktur wandeln ... Oh, Chief Held, was machst du hier?""
Chief Held steht vor Ambellmi und sagt mit s?uerlichem L?cheln: "Ich will meine Bedürfnisstruktur anpassen lassen."
Ambellmi: ""Willst du hier leben?""
Held, ernst: "Nein, ich m?chte nur nicht mehr das Massenm?rdermonster sein, das Yon so verabscheut."
Ambellmi: ""Dazu müsste ich dein Gehirn auswechseln.""
Helds Gesicht zeigt überraschung und leichtes Erschrecken.
Ambellmi: ""Hahaha, das war ein Scherz.""
Held l?chelt s?uerlich und denkt: 'Diese Genville-Monster sind doch alle gleich.'
Ambellmi: ""Humor geh?rt in einem gewissen Sinne zu einem unverkrampften Sicht der Dinge.""
Held, leicht erschrocken und ver?rgert: "H?r auf, meine Gedanken zu lesen!"
Ambellmi: ""Wie soll ich dein Gehirn wandeln, wenn ich nicht hinein schauen darf?""
Held gelingt ein gequ?ltes L?cheln: "Ja ja, eure hemmungslose Offenheit kennt weder Anstand noch H?flichkeit."
Ambellmi: ""Ich habe dieses Anstand und dieses H?flichkeit in den K?pfen der Leute gesehen, die hierher kommen. Es handelt sich dabei um Verhaltensregeln, welche verhindern sollen, dass das Boshaftigkeit der Natürlichen ihre Beziehungen vergiftet. Sobald ich das Boshaftigkeit durch Zuneigung ersetzt habe, merken die Leute, dass ihre Beziehungen von selber angenehmer werden.""
Held, eindringlich: "Ich bin ein ernsthafter und stolzer Mann. Ich m?chte meine Würde nicht verlieren, indem ich mich in einen kichernden Genville-Clown verwandle."
Ambellmi: ""Auch wir Genvilles machen ab und zu ein Kicherpause, n?mlich wenn wir entschlossen für mehr Freude und weniger Schmerz k?mpfen. Findest du das l?cherlich? Ist ein Mann umso mehr Mann, je mehr Leute es get?tet hat?""
Held ist etwas betroffen von diesem Argument, weiss im Moment nichts zu erwidern ...
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... und sagt dann nachdenklich: "So habe ich das nicht gemeint ... Aber dieses Freude-Schmerz-Zeug ist mir fremd. Ich habe immer gegen feindliche Truppen oder Genmonster gek?mpft. Nie gegen so etwas Abstraktes wie Schmerz. Das macht alles viel komplizierter. Das einfache Feindbild l?st sich auf. Pl?tzlich sind das Wesen, die Freude und Schmerz empfinden. Darfst du sie t?ten? Oder solltest du nicht dich selber t?ten, weil das im Endeffekt weniger Schmerz für alle bedeutet?"
Ambellmi: ""Sobald du dir diese Gedanken machst, brauchst du dich nicht mehr umzubringen. Denn wer wollte Besseres denken?""
Held runzelt die Stirn: "Ich habe in blinder Wut 500'000 Menschen in den S?uregraben stürzen lassen. Die Vergangenheit l?sst sich nicht ausl?schen. Auch nicht durch noch so viel 'besseres Denken'. Ich sollte mich in Natural City an einen Pfahl binden. Alle Angeh?rigen der Toten k?nnten sich ein kleines Stück von mir abschneiden. Dann k?nnten alle die Freude der Rache, der Genugtuung über mein elendes Sterben geniessen und ich müsste nicht mehr den Schmerz der Schuld ertragen."
Ambellmi: ""Dieses L?sung finde ich nicht gut. Alle Freuden, die auf dem Zufügen von Schmerz beruhen, müssen verschwinden. Lass uns das Hunger nach Rache aus dem Welt schaffen!""
Held, unfroh: "Und der Schmerz der Schuld?"
Ambellmi: ""Spürst du denn noch dieses Schmerz?""
Held horcht in sich hinein ...
... und sagt verblüfft: "Er ist fast weg! Als h?tte jemand ein Krebsgeschwür heraus geschnitten!"
Held, misstrauisch: "Hast du etwa ...?"
Ambellmi: ""Ja.""
Held protestiert: "He, warum hast du mich nicht gefragt, was ich will?!"
Ambellmi: ""Dein altes Bedürfnisstruktur war nicht in dem Lage zu wissen, was du wollen sollst.""
Held, etwas ratlos: "Und jetzt, bin ich ein Engel?"
Ambellmi: ""Haha, pass auf, wenn du anf?ngst zu scherzen, wirst du noch zu einem kichernden Genville ... Ein Schuldgefühl ist bloss Angst vor Missbilligung. Ein objektives Schuld gibt es nicht. Wisperfelder laufen mit physikalischem Unerbittlichkeit ab und erzeugen Handeln, dem du nur mit Erschrecken oder Entzücken beiwohnen kannst. Ich habe alle deine ?ngste reduziert. Und auch dein Hass ist kleiner, sodass es nicht mehr zerst?rerisch aufflackern kann und dir vielmehr als Energie für konstruktives Handeln zum Verfügung steht. Das nie zu s?ttigende Herrschbedürfnis habe ich ganz entfernt. Ebenso das damit verbundene Demütigungsschmerz.""
Held, unsicher: "Wird Yon den Unterschied merken?"
Ambellmi: ""Ob Yon dich jetzt liebenswert findet, kann ich nicht voraus sagen. Wenn du mit dem Walten deiner Wisperfelder nicht zufrieden bist, kommst du einfach zu mir und wir machen das n?chste Experiment.""
Held, grimmig l?chelnd: "Ich bin also ein Experiment."
Ambellmi: ""Ja. Das Zukunft ist zwar physikalisch ableitbar, aber so kompliziert, dass es fast unm?glich ist, es voraus zu sagen. Also ist jedes Handeln ein Experiment. Und schliesslich bin ich kein Ausnahme: Auch ich geschehe und kann nur hoffen, dass nicht zu viele Fehler passieren.""
Held denkt Kopf schüttelnd: 'Als Soldat musste ich immer gehorchen, durfte mir nie Gedanken machen ... Bei diesen Clowns sind Gedanken so ... frei ... und sie machen sich einen Spass daraus, sie mit einem Schmetterlingsnetz einzufangen ... Für mich war die Welt so fest gefügt wie das Magazin in meinem Sturmgewehr ... Jetzt ist alles offen ... und ich bin ein Experiment ... Es ist be?ngstigend.'
Ambellmi: ""Ja, gell.""
Held greift sich an den Kopf und ruft mit gespielter Verzweiflung, weil Ambellmi ihn wieder "belauscht" hat: "Aaaahhh!!"
Ambellmi: ""Hahaha.""
Szeneanfang:
Am Morgen steht die unsichtbare Ili vor dem Tor einer schmucken Villa mit angebauter Garage, betrachtet das Dokument, das sie bei dem Drachent?ter gefunden hat, und denkt: 'Das Kreuz ist auf dem kleinen Haus ...'
Ili holt Anlauf ...
... und überspringt mühelos das fast drei Meter hohe, mit Spitzen bewehrte Tor, ...
... sprintet die Einfahrt hoch ...
... und berührt mit geschlossenen Augen die Garage, um festzustellen, ob sich drinnen etwas bewegt.
Ili steht vor der Garage und denkt: 'Hm, wenn ich hier einbreche, werden sie misstrauisch.'
Ili huscht um die Garage herum und findet auf der Rückseite der Villa ein unauff?lliges, vergittertes Fenster.
Ili zückt ein Messer, sagt "Sirrr" ...
... und schneidet sich den Weg durch Gitter und Fenster frei. Ili denkt: 'Regel für kleine Spione: Lege ein falsches Spur!'
Ili schleicht durch die Villa ...
... und findet die Tür zur Garage unverschlossen.
Die Garage ist leer bis auf einen grossen Billard-Tisch in der Mitte, auf dem sechs Kugeln liegen.
Stirn runzelnd betrachtet Ili den Billardtisch und denkt: 'Ist das das 'Ultima Ratio'?'
Ili berührt mit der einen Hand den Billardtisch und klopft mit den Kn?cheln der anderen auf dessen Rand.
Ili sinkt auf die Knie und untersucht auf dieselbe Weise den st?mmigen Sockel des Billardtisches.
Schliesslich klopft Ili noch den Boden neben dem Sockel ab und denkt: 'Unter dem Tisch ist ein Hohlraum.'
Ili ist aufgestanden und sp?ht suchend in der Garage herum.
In Gedanken versunken, st?sst sie von Hand eine Kugel in Richtung eines Loches.
Der Ball verschwindet in dem Loch und erzeugt ein kaum wahrnehmbares "Klick", was sofort Ilis volle Aufmerksamkeit auf sich zieht.
In rascher Folge l?sst Ili die verbleibenden fünf Kugeln in die restlichen fünf L?cher rollen, was eine Serie von "Klicks" erzeugt.
Der Sockel des Billardtisches spaltet sich in zwei H?lften, ...
... die sich auseinander bewegen, w?hrend die Tischfl?che am Ort bleibt.
Zum Vorschein kommt eine quadratische ?ffnung im Boden, welche als Einstieg in eine Art waagrecht liegende Liftkabine dient, die von einem schwachen Licht erleuchtet wird.
Ili lehnt sich hinunter und legt ihre Hand auf die Wand der Liftkabine.
Ili konzentriert sich mit geschlossenen Augen auf die Vibrationen, die sie mit der Hand spürt und denkt: 'Da sind Stimmen.'
Ili schaut z?gernd in die Kabine und denkt: 'Wenn ich da hinein steige, bin ich gefangen.'
Entschlossen l?sst sich Ili in die Kabine gleiten und denkt: 'Regel für kleine Spione: Wenn es kein anderes Weg gibt, dann gibt es kein anderes Weg.'
Ili bet?tigt einen Knopf. Die Kabine bewegt sich waagrecht voran, wobei sie oben und auf einer Seite offen bleibt, sodass die Decke und eine Wand des Tunnels sichtbar sind.
Ili hat sich auf den Rücken gelegt, und beobachtet mit entspannter Konzentration, wie die sichtbaren Teile des Tunnels langsam an ihr vorbei gleiten.
Nach einigen Minuten zeigt sich in der Wand eine ?ffnung, die in einen kleinen, leeren, beleuchteten Raum führt. Ili h?rt eine Stimme aus dem Off: "Ah, endlich kommen unsere Drachent?ter!"
Ili gleitet aus der Kabine ...
... und drückt sich mit dem Rücken an eine Wand, wie ein weiss bekittelter Mann mit Begrüssungsl?cheln in den Raum tritt.
Wie der Mann die leere Kabine sieht, erstirbt sein L?cheln und er schimpft laut genug, dass seine Kollegen es h?ren k?nnen: "Niemand da! Dieser bl?de Lift hat wieder eine Fehlfunktion. Gut, dass wir ihn bald nicht mehr brauchen."
Stimme aus dem Off: "Die Drachent?ter liegen doch noch besoffen in den Federn. Wir fangen ohne sie an."
Der Mann verl?sst den Raum und sagt: "Aber sie haben den Spass bezahlt."
Stimme aus dem Off: "Hier geht es nicht um den Spass für einen Herrenklub, sondern um die endgültige Vernichtung der Genbrut."
Stimme des Mannes aus dem Off: "Ja, ja."
Das Zahlenrad eines Tresors drückt Ili in den Rücken ...
... und sie dreht sich neugierig danach um. Auf der Tür des in die Wand eingelassenen Tresors steht gross "WARNUNG!".
Szeneanfang:
Zur gleichen Zeit steigt Myrta nackt aus dem Teich in Genville, wo sie zur Erfrischung ein paar Runden geschwommen hat.
Endo taucht auf und sagt mit seiner üblichen Zurückhaltung: "Wir erwarten dich am Theaterplatz."
Ohne sich ihrer Nacktheit im Geringsten zu sch?men, küsst Myrta Endo mit einem "Danke" auf die Wange.
Endo begleitet Myrta, die sich im Gehen anzieht, und sagt: "Dir scheint das furchtsame Scham der Natürlichen nun v?llig zu fehlen. Du hast das k?rperliche Selbstvertrauen der Genvilles schnell angenommen. Als ob du nur darauf gewartet h?ttest."
Myrta, erstaunt: "Jetzt, wo du es sagst ... Unter Natürlichen w?re ich jetzt ein schamloses Weib. Aber hier darf ich mit jedem Faser meines K?rpers spüren, was es bedeutet, frei zu sein ... Das freie Fliessen des Behagens geniessen ohne Dornen aus Scham und Verachtung."
Myrta blickt Endo erstaunt an: "Ja, du hast Recht. Es ist, als h?tte mein K?rper nur darauf gewartet ... Oh, Endo, was bist du doch für ein aufmerksames Mann! Du würdest das Küchentest mit Bravour bestehen."
Endo, mit schr?gem L?cheln: "Wie es scheint, hast du auch das Lust an r?tselhaften ?usserungen von den Genvilles übernommen."
Myrta lacht ...
... und sagt strahlend: "Ich werde mich in dein Gegenwart kuscheln und das R?tsel l?sen. Hab nur etwas Geduld."
Myrta gibt Endo einen Kuss auf die Wange. Stimme aus dem Off: "Das schüchterne Bübchen bringt schon wieder ein Herz zum Schmelzen."
Myrta schaut auf und sieht, wie die vier Schwestern, Aladan, Estragon, Antara und Chromos 5 sie l?chelnd beobachten.
Myrta, lachend auf Endo weisend: "Bei diesem Gedicht von einem Mann l?sst sich's gut schmelzen."
W?hrend Endo peinlich berührt den Kopf senkt und sich an die Stirn fasst, lachen und kichern die Genvilles.
Myrta wundert sich: "Aber was macht ihr denn hier?"
Estragon: "Wir warten auf dein Beitrag."
Myrta, etwas unglücklich: "Ja, ich weiss, ich habe noch nicht viel geleistet ... Ich hielt mich immer für ein geniales Ingenieur. Dabei fehlt mir komplett das ?sthetik des Organischen ...
Myrta, unsicher: "Vielleicht sollte ich auch Gentechniker werden ..."
Antara, mit mildem L?cheln: "Auch bei dem Gentechnik sind geniale Ideen das Elixier, von dem das Freude sich n?hrt. Drum geselle dich hinzu und teile mit uns dein Wunsch."
Myrta, überrascht: "Welches Wunsch?"
Lara, l?chelnd: "Du wolltest doch ein Raumstation bauen."
Myrta entsinnt sich: "Oh ja, wenn ein ganzes Pflanzberg sich so mühelos des Schwerkraft entledigt, w?re es doch leicht und reizvoll, ein kleines Lebensinsel aufsteigen zu lassen, nah genug, dass wir zu Füssen sehen, woher wir kommen, weit genug, dass wir vor uns sehen, was alles noch auf uns wartet."
Myrta gesellt sich zu den andern und meint staunend: "Und ihr habt euch hier versammelt nur wegen eines flüchtig hin gesprochenen Wunsches?"
Estragon: "Was sonst gibt unserem Leben Sinn, wenn nicht den blassen Gedanken die Farben des Wirklichkeit ein zu hauchen?"
Kichern und fr?hliches Lachen. Wagon, fr?hlich: "Das hast du sch?n gesagt."
Myrta schüttelt l?chelnd den Kopf, als h?tte sie es mit einer Schar Kinder zu tun.
Hisch: "Soll es ein Haus sein, in dem jemand wohnen kann und dessen Fenster aufs All hinaus gehen?"
Wagon: "Oder vielleicht lieber ein metallisch wirkendes Konstruktion?"
Myrta, sinnierend: "Ich dachte an ein Stück Land, bewohn- und bepflanzbar, schwebend im All, das w?chst, wenn mehr Leute Platz brauchen, das sich teilt und weiter zieht, wenn jemand ins Unbekannte aufbrechen m?chte ..."
Die Genvilles h?ren fasziniert zu.
Chromos 5, entrückt: "Ich sehe schon, wie diese Lebensinseln, getrieben von Neugier, sich ausbreiten in dem Milchstrasse ..."
Hisch, kritisch: "Und wie stellen wir sicher, dass kein herrschbedürftiges Subjekt in das Besitz eines Lebensinsel kommt und dessen Wandlerzellen für seine Zwecke missbraucht?"
Chromos 5, nüchtern: "Wir lassen niemand hinauf, das noch ein Herrschbedürfnis hat. Und sollte ein Lebensinsel einem missgünstigen Kreatur im All begegnen, das es nicht abzuwehren vermag, so muss es sich selber zerst?ren."
Allgemeine Betroffenheit.
Aladan, mit leicht sp?ttischem L?cheln: "Wie immer ist aus Chromos 5s Mund das Wahrheit am nacktesten."
Piri: "Ja, aber besser, wir überlegen uns das vorher, als wir bauen ein Katastrophe."
Estragon: "Wir dürfen auf kein Fall riskieren, dass wir eines Tages ein Kriegsflotte aus Raumschiffen mit Wandlerzellen vor dem Haustür haben."
Myrta, sinnierend: "Vertrauen geh?rt zwar nicht gerade zum Fachgebiet eines Ingenieurs. Aber ich denke, lebenden Inseln k?nnen wir vertrauen, dass sie im entscheidenden Moment das Richtige tun."
Piri, zu Myrta, l?chelnd, mit der Neugier eines Kindes: "Und was willst du auf deinem Insel haben?"
Szeneanfang:
Ili legt sogleich eine Handfl?che auf die Tresortür und beginnt mit der anderen Hand am Zahlenrad zu drehen.
Nach einigen, kaum wahrnehmbaren Klicks kann sie die Tresortür ?ffnen.
Der Innenraum des Tresors wird von einem Schild abgedeckt, auf dem steht: "Achtung! Die R-751 ist funktionsuntauglich. Ihre Aktivierung dient ausschliesslich der Selbstzerst?rung dieser Stadt, falls eine übernahme durch feindliche Kr?fte droht, von denen anzunehmen ist, dass sie keine Gefangenen machen."
Ili denkt Stirn runzelnd: 'Wie kann etwas aktiviert werden, das funktionsuntauglich ist?'
Ili nimmt das Schild in die Hand und sieht im Tresorfach ein Kuvert liegen mit der Aufschrift "Aktivierungscode".
Eine Stimme aus dem Off l?sst Ili aufhorchen: "Bis wir diesen Code geknackt haben, sind wir alt und grau. Dann k?nnen uns die Genmonster egal sein."
Andere Stimme aus dem Off: "Ich besorge uns mal einen Schneidbrenner. Vielleicht finden wir etwas Brauchbares in dem Tresor."
Stimme aus dem Off: "Warte! Hier steht etwas von einer Not-Sequenz. Wie es scheint, brauche ich dafür keinen Code. Sch?n leichtsinnig von denen, die das Ding gebaut haben."
Mit dem Schild in der Hand verl?sst Ili ihre Kammer, ...
... geht durch einen kurzen Gang ...
... und betritt einen nicht sehr grossen, fensterlosen Kontrollraum, aus dem eine weitere massiv aussehende Türe führt. Mann A steht hinter dem ebenfalls weiss bekittelten Mann B, der am Kontrollpult vor einem Computerbildschirm und einem aufgeschlagenen Handbuch sitzt.
Mann B ?ffnet eine kleine Abdeckung ...
... und will den freigelegten Knopf drücken, ...
... wie ihn Ilis Stimme erschrocken innehalten l?sst. Ili hat sich sichtbar gemacht und ruft: "Nicht aktivieren! Das 'Ultima Ratio' wird Natural City zerst?ren!"
Die beiden M?nner starren die für sie aus dem Nichts erschienene Ili so verblüfft und erschrocken an, als w?re sie ein Geist.
Ili h?lt ihnen das Schild hin, sodass sie es lesen k?nnen und sagt ruhiger: "Ich habe das Tresor ge?ffnet und dieses Warnung gefunden."
Stirn runzelnd lesen die beiden M?nner das Schild.
Mann A, unsicher: "Was h?ltst du davon?"
Mann B, geringsch?tzig: "Ich denke, dass sie ein Genmonster ist ..."
Mann B drückt den Knopf und f?hrt fort: "... dass sie das Schild selber geschrieben hat und mit diesem Trick das Leben ihrer monstr?sen Freunde retten will."
Gleichzeitig greifen die beiden M?nner nach den kleinen Schusswaffen, die sie in ihrer Kleidung versteckt haben.
Ili wirft ihnen das Schild vor die Füsse, macht sich unsichtbar ...
... und rennt zu der schweren Tür.
Ili ?ffnet die Tür und l?sst sich gleichzeitig zusammen fallen, ...
... sodass die beiden Kugeln über sie hinweg zischen. Ili denkt: 'Regel für kleine Spione: Wenn wenig Zeit ist, verschwende es nicht mit Dummk?pfen!'
Ili wirft die Tür hinter sich zu, ...
... rennt ein paar Schritte in dem Stollen ?hnlichen Gang ...
... und wirft sich auf den Boden, wie sie die beiden M?nner die Tür wieder aufstossen h?rt.
Schlangen gleich bewegt sie sich weiter, w?hrend über ihr Kugel zischen, ...
... die von der durch ein Rad zu bedienenden Panzertür am Ende des Stollens abprallen.
Einer der Querschl?ger streift Ili am Schulterblatt.
Das ausstr?mende Blut hinterl?sst auf dem Boden sichtbare Spuren. Ili denkt mit schmerzverzerrtem Gesicht: 'Es war ein Fehler, sie nicht zu t?ten.'
Mann B ruft triumphierend: "Wir haben sie getroffen! Siehst du das Blut?"
W?hrend die M?nner neue Magazine in ihre Waffen stossen, ?ffnet Ili die Panzertür ...
... und kann sie eben noch hinter sich zuziehen, wie die n?chsten Schüsse knallen.
Mann B rennt auf die Panzertür zu und sagt lachend: "Hahaha, jetzt sitzt sie in der Falle!"
Mann B hat seinen Kittel ausgezogen und fixiert damit das Rad der Panzertür, sodass es nicht mehr gedreht werden kann.
Mann A, etwas unbehaglich bei dieser Vorstellung: "Sie wird lebendig gebraten."
Mann B grinst schadenfroh: "Genau."
Ili steht vor der Tür und schaut sich um. Sie befindet sich im Silo einer Atomrakete auf einer wenige Quadratmeter grossen metallischen Plattform, von der ein Steg zum Kopf der Rakete führt. Der Steg gabelt sich vor der Rakete und führt kreisrund um sie herum, sodass die Rakete von allen Seiten gewartet werden kann. Es ist hell genug, um alles klar erkennen zu k?nnen.
Wie Ili merkt, dass sie allein ist, macht sie sich sichtbar und geht vorsichtig auf den Steg zu. Von Ilis Schulterblatt bis ins Kreuz tr?nkt eine Blutspur das lebende Kleid, welches das Blut trinkt und die Wunde schützt.
Die beiden M?nner sind zurück im Kommandoraum und beobachten gespannt auf einem Bildschirm, wie Ili über den Steg schreitet.
Ein Summen l?sst Ili aufblicken.
Etliche Meter weiter oben stemmt eine Hydraulik das schwere Betondach des Silos hoch, sodass es aufklappt wie der Deckel einer Kaffeebüchse.
Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie Ili vom Kreis runden Steg auf den Raketenkopf springt. Mann A, verblüfft: "Spinnt die? In wenigen Sekunden zündet die Rakete."
Mann B, sp?ttisch: "Die will halt mal was Richtiges reiten, hehe."
Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie Ilis Füsse am senkrechten Raketenzylinder Halt gefunden haben, sodass sie den glatten, zu einer rundlichen Spitze zu laufenden Raketenkopf mit Kn?chelklopfen und Handauflegen erkunden kann. Mann B, irritiert: "Der Countdown ist auf null. Warum zündet sie nicht?"
Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie Ili aus ihrer Kleidung eine Kapsel zieht ...
... und diese auf dem Raketenkopf mit der Handfl?che zerquetscht. Mann A schaut auf einen Computerbildschirm und sagt befremdet: "Da ist ein neuer Countdown: Wasserstoffbombe, Zündung in 180 Sekunden."
Mann B findet es nicht lustig: "Mach keine bl?den Witze!"
W?hrend die beiden M?nner mit wachsendem Entsetzen auf den Countdown-Bildschirm starren, ist auf dem anderen Bildschirm zu sehen, wie die von Ili ausgebrachten Bakterien die Hülle des Raketenkopfes angreifen, sodass sich vor Ili ein Erosionsfleck ausbreitet.
Gel?hmt vor Angst, beobachten die M?nner, wie Ili mit kurzen Faustschl?gen das erodierte Metall zerbr?seln l?sst.
Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie sich die Bakterien weiter der Hülle entlang fressen und Ili das frei gelegte Innere betrachtet. Mann B, leise: "Die Genschlampe hat nicht gelogen. Die Warnung auf dem Schild ist echt."
Ili nimmt eine weitere Kapsel aus ihrer Kleidung und wirft sie auf die Innereien des Raketenkopfes. Mann A, leise: "Ich weiss nicht, was sie vorhat, aber sie ist unsere letzte Hoffnung."
Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie Ili reglos in den Raketenkopf starrt, weil sie die Wirkung der Bakterien abwartet. Mann B, schwitzend vor Angst, dr?ngend: "Komm, M?dchen, tu was!"
Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie Ili ein Messer zückt und an den Mund führt, um "Sirrr" zu sagen. Mann A st?hnt schwitzend: "Mit einem Messer gegen eine Atomrakete! Wir sind verloren!"
Mann B, schwitzend, in angstvoller Wut: "Verdammte Genschlampe!"
Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie Ili in den Raketenkopf hinein gleitet ...
... und gleich darauf im Halbsekundentakt Kabelstücke, elektronische Bauteile, R?hrchen, Halterungen, Metallteile aus der ?ffnung fliegen. Mann B, mit nerv?sem Lachen: "Die weidet das Ding aus wie 'ne Sau."
Mann A, voll banger Hoffnung: "Aber wie ist das m?glich?"
Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie die Bakterien sich auf der ganzen Hülle des Raketenkopfes ausgebreitet haben, sodass ein Stakkato von Ilis Fusstritten das marode Metall in Stücke reissen kann ...
... und nun der schon arg besch?digte Mechanismus der Wasserstoffbombe frei liegt.
Auf dem Bildschirm ist zu sehen, wie Ili ohne zu z?gern damit weiter macht, den restlichen Bombenmechanismus mit dem Messer zu zerteilen. Mann A, verblüfft: "Dieses Messer schneidet Metall wie Butter!"
Mann B, grimmig: "Genscheisse halt."
Mann A, zu B, tiefernst: "Aber diese Genscheisse rettet uns das Leben. Der Bombencountdown ist n?mlich auf null und es ist nichts passiert."
Mann A ist im Begriff, den Kontrollraum in Richtung Rakete zu verlassen und sagt entschlossen: "Wir gehen jetzt zu ihr und entschuldigen uns."
B protestiert: "Bist du verrückt? Die wird uns angreifen. Und überhaupt hat sie auch nur ihr eigenes Leben gerettet."
Wortlos geht A durch den Stollen. B folgt ihm widerwillig.
Wie die beiden M?nner auf der Plattform im Silo stehen, ist von der Raketenspitze nur noch der stumpfe, h?ssliche Bombenk?rper übrig geblieben. Von Ili fehlt jede Spur.
Ili spurtet derweil durch Natural City ...
... in die Galerie, wo Pferdchen und Giftstrauss den Wegdoppler aufgestellt haben, ...
... und verschwindet kurz darauf vom Wegdoppler.
W?hrend die beiden M?nner auf dem Steg die Rakete umrunden und Kopf schüttelnd Ilis Zerst?rungswerk betrachten, ...
... verdunkelt sich pl?tzlich der Himmel, was die M?nner zum Aufschauen veranlasst.
Ili steht am Rand von Ambellmi, das sich langsam zur Rakete absenkt, und ruft den erschrockenen M?nnern zu, die schon nach ihren Waffen greifen wollen: "Habt kein Angst! Ambellmi tut euch nichts!"
Um ihren Worten Nachdruck zu verleihen, springt Ili hinab auf den Steg, neben die unsicher blickenden M?nner und sagt: "Ambellmi wird die radioaktiven Substanzen des 'Ultima Ratio' in Schnelles Energie umwandeln ..."
Ambellmi: ""Nein, werde ich nicht. Ich war nur neugierig auf das neuste Dummheit der Natürlichen, hahaha.""
Ili protestiert: "Aber Ambellmi, wenn die Natürlichen das 'Ultima Ratio' flicken, kann es auf Genville fliegen und alles ausl?schen."
Ambellmi: ""*Seufz* Wie oft muss ich es noch wiederholen: Ich bin ein Nutzwesen zum Wandeln von Bedürfnisstrukturen nicht zum Beherrschen des Universums. Ich habe zu viel Macht, als dass ich es einsetzen dürfte bei euren Streitereien.""
Ambellmi entfernt sich. Ili sagt zu den entgeisterten M?nnern: "Ihr geht jetzt zu den Natural News und werdet ihnen alles erz?hlen. Wenn ihr lügt, werde ich euch t?ten. Die Natürlichen sollen wissen, dass ihre schlimmsten Feindlichen sie selber sind. Vielleicht hilft das ein Zeit lang, solches Schwachsinn zu verhindern."
Ili dreht sich um und will gehen. Der Blutstreifen auf ihrem Kleid ist zu sehen. Mann A, etwas verloren: "Es ... es tut uns Leid, dass wir auf dich geschossen haben ... Soll ich nicht wenigstens deine Wunde verbinden? Und vielleicht ein neues Kleid ...?"
Ili dreht sich um und sagt l?chelnd: "Mein lebendes Kleid schützt das Wunde. Und es ern?hrt sich von meinem Blut, Schweiss, Urin und meinen F?kalien."
Beide M?nner denken angewidert: 'Igitt!'
Mann A: "Wie praktisch."
Szeneanfang:
Mann A und B stehen wie zwei begossene Pudel mit der l?chelnden Ili, die sich mit einer Perücke und einem Bart getarnt hat, neben Iris in der Nachrichtensendung. Hans Harts Kopf steht auf der Ablage hinter Iris. Iris: "Wie mir eben berichtet wird, hat eine Clique von Verschw?rern versucht, Genville mit einer Wasserstoffbome zu pulverisieren. W?re Genville vernichtet worden, h?tten die Verschw?rer ohne Gegenwehr das alte Terrorregime à la Hans Hart wieder installieren k?nnen ...
Iris weist auf die beiden M?nner und Ili: "Dankenswerterweise haben diese beiden M?nner die Verschw?rung aufgedeckt und und Ilias, ein Genville, um Hilfe bei der Neutralisierung der Wasserstoffbombe gebeten. Ilias konnte in letzter Sekunde die Bombe so weit entsch?rfen, dass sie nicht explodieren konnte. Die dummen Verschw?rer haben n?mlich nicht bemerkt, dass die Rakete, auf der die Bombe montiert war, funktionsuntauglich ist. Die Bombe w?re also hier los gegangen und h?tte ganz Natural City in einen Krater verwandelt ..."
Die kindlich l?chelnde Ili wird gross ins Bild gerückt. Iris' Stimme aus dem Off: "Dass wir alle noch leben, verdanken wir Ilias, der sein Leben ohne zu z?gern eingesetzt hat, um uns zu retten. Genville ist also nicht bloss eine Bedrohung für Diktatoren, sondern ebenso ein freundlicher Nachbar, auf den wir uns verlassen k?nnen."
Iris h?lt Ili das Mikro hin und fragt: "M?chtest du noch etwas dazu sagen?"
Ili, eifrig: "Ambellmi will nicht das Universum beherrschen. Es hat das 'Ultima Ratio' nicht in Schnelles Energie verwandelt. Es ist also noch da und kann geflickt werden. Die Natürlichen sollen es auseinander nehmen. Es darf nie mehr funktionieren."
Iris, etwas befremdet von Ilis Selbstverst?ndlichkeiten bezüglich Ambellmi, die das Publikum wohl überfordern: "?hm ... ja. Liebe Natürliche, ihr habt es geh?rt. Macht euch an die Arbeit, wenn ihr nicht in die Luft fliegen wollt."
Wie die übertragung beendet ist, geht Iris auf die beiden M?nner zu und sagt streng: "Wenn Ili kein gutes Wort für euch eingelegt h?tte, würden eure K?pfe hier neben dem von Hart liegen, ihr verdammten Idioten. Ihr habt es nicht verdient, jetzt auch noch als Helden dazustehen."
W?hrend Mann B unergründlich vor sich hin starrt, sagt Mann A Schuld bewusst: "Wir wollten halt die Genmonster ein für allemal aus der Welt schaffen ..."
Iris faucht: "Die ganze Wüste wird beherrscht von einem absolut t?dlichen Pilzwesen. Die Genvilles sind die einzigen, die mit ihm sprechen und es z?hmen konnten. Wenn ihr Genville vernichtet h?ttet, würden wir alle als Pilzfutter enden, ihr Schwachk?pfe!"
Mann A denkt befremdet: 'Mit einem Pilz sprechen? ...'
Mann B denkt grimmig: 'Die Frau spinnt.'
Wie die beiden M?nner das Studio verlassen, fragt Iris: "Warum hast du sie nicht get?tet, Ili? Die beiden haben nichts gelernt. Sie würden es wieder tun. Ihre Dummheit kriecht aus allen Poren."
Ili, Perücke und Bart entfernend, betrübt: "Ich habe so viele get?tet. Es ist nicht sch?n, Menschen in Mumien zu verwandeln. Ich konnte es nicht. Und es war ja auch kein Gefahr mehr ..."
Ili, mit einer glitzernden Tr?ne: "Bin ich jetzt auch dumm?"
Iris ist überrascht von dieser Frage ...
... und denkt mit Blick auf Ili, unfroh: 'Sie ist noch ein Kind, hat eine Millionenstadt gerettet und ich Idiotin bringe sie zum Weinen.'
Iris nimmt Ili unbeholfen in die Arme.
Sofort kuschelt sich die zierliche Ili an Iris' Brust. Die Berührung stresst Iris und sie denkt: 'Tief durch atmen, Iris. Du musst jetzt büssen und tapfer sein.'
Ili: "Du hast so starke Vibrationen. Hast du Schmerzen?"
Iris denkt verblüfft: 'Kann sie jetzt auch Gedanken lesen?'
Ili l?sst ihr Kleid ab fallen und sagt, immer noch in Iris' Armen: "Wenn wir uns flach legen und unsere K?rper reiben, werden die Vibrationen auch flach werden. Und es ist wieder gut."
Iris, mit nach oben gerichtetem Blick, denkt: 'Ogottogottogott.'
Iris, krampfhaft bemüht, Ili nicht zu verletzen: "Ili, es tut mir Leid. Ich kann das nicht. Ich habe keine solchen Gefühle. Es würde meine Vibrationen noch verst?rken und mich schmerzen."
Ili: "Ja, ich spüre es. Schliesse deine Augen, Iris."
Verblüfft gehorcht Iris und denkt gestresst: 'Uff, was kommt jetzt?'
Ili stellt sich seitlich von Iris hin und legt eine Hand auf Iris' Bauch, die andere auf Iris' Rücken.
Mit geschlossenen Augen, hoch konzentriert, bringt Ili ihre H?nde zum Zittern. Iris Gesichtsausdruck wandelt sich von Unbehagen ...
... zu Erstaunen.
Im Zuge der weiteren "Behandlung" entspannen sich Iris' Gesichtszüge, ...
... bis sie ganz friedlich wirken.
Iris' Gesicht beginnt zu strahlen.
Iris blickt Ili mit staunendem Strahlen an und sagt: "Wie hast du das gemacht? Ich habe mich noch nie so gut gefühlt!"
Ili, ganz selbstverst?ndlich: "Meine H?nde sagen deinen Vibrationen, wie sie Frieden finden."
Iris, entzückt und erheitert über die schlichte Erkl?rung: "Oh natürlich ... war ja klar."
Spontan küsst Iris Ili auf die Wange, ...
... zuckt zurück und denkt erstaunt: 'Was geschieht mit mir ...?'
Szeneanfang:
über dem Raketensilo ragt ein Kran in die H?he, der eben ein Bauteil der Rakete aus dem Silo hievt. Daneben sind Handwerker damit besch?ftigt, andere Bauteile auseinander zu schweissen oder sonst wie zu demontieren.
Einer der Arbeiter zeigt in den Himmel und ruft aufgeregt: "Da kommt es!"
Alle Arbeitenden heben den Kopf und schauen verblüfft, gebannt oder ?ngstlich zum Himmel, ...
... wo Luftfisch sich majest?tisch dem Bauplatz n?hert.
Wie Luftfisch über dem Bauplatz schwebt, dr?hnt seine Stimme: "Welches ist das radioaktive Ding?"
Arbeiter A deutet auf den sauber heraus geschnittenen Bombenk?rper.
Luftfisch l?sst Tentakel herab regnen, die den Bombenk?rper umschlingen, ...
... und hebt ihn mühelos hoch. Arbeiter B protestiert: "He, was macht das Monster mit der Bombe?"
Arbeiter A: "Es gibt in der Wüste eine Deponie für radioaktive Abf?lle, wo es die Bombe hinbringt."
Arbeiter B: "Und das glaubst du? Die Genmonster werden sie gegen uns einsetzen!"
Arbeiter A, ungehalten: "Halt die Schnauze, sonst bringt uns dieses Monster noch um!"
Arbeiter B, ?tzend: "Ha, dann h?tten wir's wenigstens hinter uns."
Szeneanfang:
Es ist Tag. Yon und Doktor Meer spazieren am Rand von Genville durch einen begrünten Teil der Wüste.
Yon beugt sich zu einer Pflanze hinunter, um sie zu befummeln, und schimpft: "Pflanzen ohne Wasserverdunstung, was für ein Schwachsinn! Die fühlen sich an wie Plastik."
Meer, l?chelnd: "Wie ich die Genvilles kenne, haben die l?ngst einen Botenstoff vorbereitet, mit dem sie die Verdunstung ausl?sen, sobald sich genug Wasser im Erdreich angesammelt hat. Es werden sich wieder Wolken bilden. Und es wird regnen."
Yon hat sich aufgerichtet, schaut Meer mit einem Erinnerungsblick an und sagt: "Seit ich denken kann, hat es nicht mehr geregnet."
Meer und Yon spazieren weiter. Meer: "Deshalb habe ich dafür gesorgt, dass die Genvilles kein Dienbedürfnis erhalten. Ich habe sie vor der Verfolgung geschützt, so gut es ging, weil ich wusste, dass sie die Erde retten würden, w?hrend wir Natürlichen uns unbekümmert weiter zerfleischen."
Yon erinnert sich betroffen, wie er erst kürzlich Held brutal mit Messern an eine Hauswand genagelt hat.
Sie n?hern sich der Stelle, wo die Genvilles unter Anleitung von Myrta, mit Doi an der Hand, dabei sind, eine Raumstation in Form einer Lebensinsel zu bauen. Die Lebensinsel ist vorerst nichts weiter als eine fünfhundert Meter durchmessende, schwebende Fl?che.
In einiger Entfernung bleiben Meer und Yon stehen, sind aber nah genug, um Myrta sagen zu h?ren: "Ich denke, das Grundfl?che ist für das Anfang gross genug. Das ganze Lebensinsel soll sein wie ein Garten, dessen Boden so weich ist, dass wir uns überall zum Schlafen hinlegen k?nnen."
Wagon scherzt:
"über uns das Sternenhimmel
und im Schoss ein steifes Pimmel."
Myrta lacht: "Ja, warum nicht?"
Lara ruft: "Dann muss das Lebensinsel aber warm sein, sch?n kuschelig warm!"
Aladan protestiert: "Aber nicht zu warm. Ich will nicht ins Schwitzen kommen bei diesem Form des weiblichen Himmelsbetrachtung."
Hisch ?tzt: "Seit wann kommt ein faules Kartoffel ins Schwitzen?"
Gel?chter.
Estragon grinst: "Bauen wir hier ein Raumstation oder ein Rammelwiese?"
Doi: "Ich m?chte ein L?chelwiese."
Hisch spottet: "Ein L?chelwiese hat statt Blumen unter jedem Baum ein beglücktes Genville, dessen L?cheln du mit deinen gierigen Roboteraugen pflücken kannst, nicht wahr?"
Doi: "Ihr pflückt die L?chelst?be, ich pflücke euer L?cheln."
Aus dem Off ist Gel?chter zu h?ren. Yon, zu Meer, Stirn runzelnd: "Warum lassen sich diese Genies von Myrta rum kommandieren?"
Meer: "Sie ist hoch intelligent und hat Erfahrung in der Leitung von Grossprojekten. Und ich denke, sie weiss die sprudelnde Kreativit?t der Genvilles geschickt in ihr Projekt einfliessen zu lassen."
Yon, verstimmt: "Das ist gemein."
Meer, erstaunt: "Was denn?"
Yon klagt: "Warum weigert sich Ambellmi, mich intelligenter zu machen, damit ich auch mitarbeiten kann?"
Meer, nüchtern: "Ein melancholischer Mann mit so viel unterdrückter Aggression sollte nicht zu intelligent sein. Intelligenz ist keine wertvolle Eigenschaft an sich. Sie ist die Waffe der Bedürfnisstruktur. Und wenn die destruktiv ist, ist es auch die Intelligenz."
überrascht von dem klaren Bescheid, starrt Yon mit grossen Augen vor sich hin.
Szeneanfang:
Yon erscheint aus dem Nichts auf dem Wegdoppler von Mars-Genville ...
... und vernimmt Ambellmis Stimme: ""Ich bin Ambellmi. Wenn du in Mars-Genville leben willst, muss ich dein Bedürfnisstruktur wandeln ... Oh, Yon, was machst du hier?""
Yon steht vor Ambellmi und sagt entschlossen: "Was muss ich tun, damit du mir Chromos 4-Intelligenz gibst?"
Ambellmi: ""Neben den üblichen bei Natürlichen notwendigen Wandlungen hast du noch ein besonderes Problem.""
Yon, missmutig: "Und das w?re?"
Ambellmi: ""Das Entt?uschung über das Verlust deines v?terlichen Freundes Chief Held erzeugt in dir ein tiefes Trauer. Gleichzeitig empfindest du ein starkes Wut auf dieses schreckliche Mann, als das es sich entpuppt hat. Das ergibt ein explosives Mischung, das dich instabil macht.""
Yon, impulsiv: "Kannst du diese Gefühle nicht einfach aus meinem Gehirn l?schen?"
Ambellmi: ""Damit würden alle Erinnerungen an Chief Held gel?scht. Dein Vergangenheit h?tte riesige L?cher. Willst du das?""
Yon schweigt betroffen und unschlüssig.
Ambellmi: ""Wenn du nicht lernst zu verzeihen ...""
Yon ruft wütend: "Wie kann ich einem Scheusal verzeihen?!"
Ambellmi: ""Held war hier und hat sich von mir ver?ndern lassen. Ich sollte das Scheusal aus ihm entfernen, damit du es wieder lieben kannst. Es ist jetzt ungef?hr so, wie du es dir als Kind vorgestellt hast.""
Yon ist überrascht.
Yon lacht unfroh: "Ha, wie ist das m?glich? Dieser undifferenzierte Hass auf alle Genmonster hat ihn doch v?llig vergiftet. Um das zu korrigieren, h?ttest du sein Gehirn austauschen müssen."
Ambellmi: ""Du irrst. Das Freundlichkeit der Genvilles und das Freundschaft von Pferdchen und Giftstrauss, die ihm unter Einsatz ihres Lebens immer beigestanden sind, haben sein Weltbild erschüttert. Und natürlich habe ich auch sein Hasspotenzial reduziert. Es ist nun frei von Hass ...""
Yon, heftig: "Aber wie kann er den Massenmord an 500'000 Natürlichen einfach so weg stecken?"
Ambellmi: ""Es ist ein grosses Bedauern geblieben und das Hoffnung, dass das Unsterblichkeit ausreicht, das Schmerz, das es dadurch erzeugt hat, eines Tages wieder auszugleichen. Und da ist auch das grosse Hoffnung, dass du ihm dabei hilfst.""
Yon ist verwirrt.
Ambellmi: ""Ich werde dein Bedürfnisstruktur auf das übliche Weise wandeln. Wut und Hass werden dann sehr viel schw?cher sein. Aber Chromos 4-Intelligenz bekommst du erst, wenn du mit dir im Reinen bist.""
Zweifelnd schaut Yon hoch zu Ambellmi.
Szeneanfang:
Eine attraktive Sekret?rin ?ffnet ger?uschlos die dicke Tür zu einem grossen, teuer ausstaffierten Büro.
Wie sie in der halb offenen Tür steht, h?rt sie eine Stimme aus dem Off: "Ameisen, alles Ameisen."
Die Sekret?rin schaut zu der grossen Fensterfront. Dort steht der schon recht jung aussehende Herr Ritsch mit dem Rücken zu ihr und sagt, auf Natural City hinab schauend, zu sich selber: "Wenn ich Gott w?re, würde ich da hinein pinkeln und mich amüsieren, wie alle in Panik herum rennen, hahaha."
Die Sekret?rin macht ein "Uh, das war wohl nicht für mich bestimmt"-Gesicht ...
... und schleicht, die Tür lautlos schliessend, zurück.
Vor der geschlossenen Tür atmet sie tief durch, setzt eine gesch?ftsm?ssige Miene auf ...
... und ?ffnet energisch die Tür, ...
... die sie hinter sich mit Schwung zu wirft, sodass ein deutliches "Plop" zu h?ren ist.
Die Sekret?rin macht ein Entschuldigungsgesicht und sagt zum Rücken Ritschs: "Oh, jetzt ist mir die Tür entglitten. Bitte entschuldigen Sie, Herr Ritsch."
Die Sekret?rin sagt mit dienstbereitem L?cheln: "Sie haben mich gerufen, Herr Ritsch?"
Ritsch, ohne sich umzudrehen: "Welche Partei soll ich kaufen?"
Sekret?rin, etwas verwirrt: "Ich verstehe nicht ganz ..."
Ritsch, zum Fenster hinaus schauend: "Parteien machen Gesetze und Gesetze sind dazu da, mir zu garantieren, dass ich meinen Reichtum ungehindert mehren kann."
Die Sekret?rin ist etwas verblüfft über dieses Demokratieverst?ndnis, ...
... schaltet aber schnell und sagt diensteifrig: "Ja gewiss, Herr Ritsch. Ich werde mich erkundigen, welche Gruppierung genug Einfluss hat, sodass es sich lohnt, sie ... ?hm ... zu unterstützen, damit wir ein offenes Ohr für unsere Anliegen finden."
Ohne sich umzudrehen, macht Ritsch eine weg scheuchende Handbewegung und sagt: "Ja ja, verschonen Sie mich mit Ihren Formulierungskünsten ..."
Ritsch steht am Fenster, schaut wie ein Herrscher auf Natural City herab und sagt: "Ich muss mir jetzt überlegen, was ich als n?chstes kaufen will. Ich werde n?mlich nicht eher ruhen, bis jeder in dieser Stadt einen Bückling macht vor mir."
Ritsch, dreckig lachend: "Und als Unsterblicher habe ich ja vieeeeeeeeel Zeit, um dieses Ziel zu erreichen, hahahahahaha!"
Die Fassade von Ritschs Bürohochhaus ist zu sehen, auf der in riesiger Schrift "Ritsch Diamanten" steht.
Szeneanfang:
Es ist Tag. Die vielleicht fünfhundert Meter durchmessende Lebensinsel beginnt am Rand von Genville auf zu steigen. Da sie mit ihren Wandlerzellen die Schwerkraft aufhebt, sind keinerlei Antriebseffekte zu sehen. Ihre Oberfl?che besteht aus einem Garten Eden, der von einer Halbkugel aus Luft überw?lbt wird. Auf der Oberfl?che herrscht normale Erdschwerkraft.
Die Lebensinsel tritt aus der Erdatmosph?re ins schwarze All, ...
... wo die Sonne harte Schatten wirft, welch dem Garten Eden etwas Bizarres verleihen.
Held und Yon stehen unter einem Apfelbaum am Rand der Lebensinsel und schauen hinab auf die Erde. Die Erde braucht in dieser Szene nicht gezeigt zu werden, um keine Rückschlüsse auf den Ort, wo Genville steht, zu erm?glichen.
Held zeigt auf die Erde und sagt: "Alle Kontinente sind verwüstet. Nur wo Estragons Wald w?chst, ist es grün."
Held l?sst den Arm sinken und sagt nachdenklich: "W?re mir früher bewusst gewesen, dass unser Planet unbewohnbar geworden ist ..."
Yon schaut Held prüfend an, schweigt aber.
Held, leise: "Seit Ambellmi meine Bedürfnisstruktur ver?ndert hat, kann ich nicht mehr verstehen, warum ich all die Scheusslichkeiten getan habe. Es ist, als h?tte ich die Erinnerungen einer fremden Person in mir. Natürliche k?nnen den Schmerz der Existenz wohl nur ertragen, indem sie in einer Fantasiewelt leben. In meiner Fantasie war die Welt voller Genmonster und ich der strahlende Held, der sie bek?mpfte. Seit diese Blase geplatzt ist und ich mich nicht mehr davor fürchte, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen, sehe ich, dass ich das Monster war ..."
Held, wie oben: "Ich k?nnte mich jetzt hinab stürzen und das Monster in der Atmosph?re verglühen lassen ..."
Held schaut Yon an und fragt unsicher: "M?chtest du, dass ich das tue?"
Das unvermittelte Angebot, sich umzubringen, beendet Yons Zurückhaltung und l?sst ihn leicht erschrocken sagen: "Was würde das bringen?"
Held, wie oben: "Vielleicht würde es dir Genugtuung verschaffen zu beobachten, wie etwas B?ses endgültig vernichtet wird?"
Stirn runzelnd st?sst Yon hervor: "Es gibt nichts B?ses, nur falsche Bedürfnisse ..."
Yon, leiser: "Und die Genugtuung über den Tod eines anderen ist wohl keine gute Basis für ein neues Leben."
Held staunt: "Aber du wolltest mich doch umbringen."
Yon: "Ich war auch bei Ambellmi ... Wenn wir es nicht schaffen, unsere alten Pers?nlichkeiten zurück zu lassen, w?re dies ein Rückschlag für Genville."
Held zweifelt: "So wichtig sind wir nicht."
Yon: "Um uns geht es gar nicht. Wir sind ein Experiment, das zeigt ob extreme Bedürfnisstrukturen so gewandelt werden k?nnen, dass Frieden m?glich ist."
Held, mit schwachem L?cheln: "Wir sollten also mit dieser Lebensinsel ans Ende der Welt und zurück fliegen. Und wenn wir dies schaffen, ohne uns den Sch?del einzuschlagen, war das Experiment erfolgreich."
Yon, mit schwachem L?cheln: "Mit ihrer eingebauten Wegdopplerfunktion kann diese Lebensinsel in Nullzeit ans Ende des Universum und zurück gelangen. Ein kurzes Experiment."
Held, ruhig und ehrlich: "Auch wenn wir jetzt überall hin reisen k?nnen, es gibt nur einen Ort im Universum, an dem ich sein will ..."
Held schaut Yon offen an und sagt: "Bei dir, Yon."
Yon macht grosse Augen. Damit hat er nicht gerechnet.
Hoch über Held und Yon sitzen Piri und Meneor im Apfelbaum auf einem Ast und halten gespannt je einen Apfel in der Hand, mit dem sie auf die beiden M?nner unter ihnen zielen.
Mit verschw?rerischem Grinsen lassen Piri und Meneor ihre ?pfel fallen.
Aus dem Off ert?nen Rufe: "Aua!", "He!"
Piri und Meneor lachen.
Von unten kommt der Ruf: "Na wartet!"
Zwei ?pfel zischen wie Geschosse auf Piri und Meneor zu, die ihnen lachend ausweichen.

